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Der Weihnachtsmarkt: eine Erfolgsgeschichte von 1570 bis heute

Der Weihnachtsbaum, die Beleuchtung, die hübschen Holzhütten, Bredele und Glühwein... Der Zauber funktioniert immer. Jedes Jahr erfreut der Straßburger Weihnachtsmarkt die Herzen der Besucher. In der europäischen Hauptstadt, aber seit 2009 auch ein wenig überall auf der Welt: Tokio, Moskau, Peking und Taipeh hatten das Glück, die berühmten elsässischen Holzhütten willkommen heißen zu dürfen. Wie erklärt sich dieser Erfolg? Diese Langlebigkeit?

Seit vier Jahrhunderten verzaubert der Weihnachtsmarkt zum Jahresende mit einem Hauch von Magie. Er wurde 1570 ins Leben gerufen und ist somit einer der ältesten Weihnachtsmärkte in Europa und der erste in Frankreich. Zurück zu seiner Geschichte - ein Blick hinter den Kulissen dieser einzigartigen Erfolgsgeschichte mit dem Historiker Jean-François Kovar.

Was macht den Straßburger Weihnachtsmarkt so einzigartig?

Der Markt hat es geschafft, der Weihnachtszeit eine spirituelle Bedeutung und eine kulturelle Dimension zu verleihen. Weihnachtstraditionen sind bei den Elsässern und noch mehr auf dem Land tief verwurzelt. Ab November finden die Familien zusammen, um die berühmten Bredele zu backen, einige stellen ihren eigenen Adventskranz her... es gibt den Weihnachtsbaum, die Krippe, Lebkuchen, Glühwein usw. Jede dieser Traditionen ist Bestandteil des Lebens der Elsässer bis zum 24. Dezember.

Warum entstand 1570 der erste Weihnachtsmarkt?

Anzeichen wurden bereits in den Chroniken des ersten Weihnachtsmarkts Ende des 12. Jahrhunderts in Straßburg gefunden. Lange vor 1570. Um den 6. Dezember fand der Klausenmärik, ein St. Nikolaus-Markt, statt. Mit dem Wechsel des Elsass zum Protestantismus ist der berühmte Christkindelsmärik, der Christkindlesmarkt, den man heute kennt, in Erscheinung getreten. Der Domprediger Johannes Flinner wollte also durch Abschaffung des St. Nikolaus-Marktes jeden Hinweis auf den Katholizismus auslöschen.

Warum in Straßburg und nicht in einer anderen Stadt in Frankreich?

Zu dieser Zeit ist Straßburg eine germanische Stadt, sie gehört zum Rheingebiet. Dort sind die Weihnachtstraditionen weitaus stärker verwurzelt als in Frankreich. Als Straßburg französisch wurde, hat sie diese als Erbe beibehalten. Das Elsass ist eine Region an der Schnittstelle zwischen zwei Kulturräumen - diese Tatsache macht es so einzigartig macht. Und der Markt hat sich trotz des Widerspruchs im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts fortgesetzt und nicht sesshafte Händler sahen dies als unlauteren Wettbewerb an.

Wie sah der Weihnachtsmarkt damals aus?

Er fand an den drei Tagen vor dem 24. Dezember auf der Place de la Cathédrale statt. Er empfahl den Bewohnern bereits damals, wie sie sich für die Weihnachtsfeier vorbereiten sollten. Es gab dort die Baracken der Kerzenmacher, Händler mit Lebkuchen und anderen Leckereien, aber Kräuterhändler, Sattler, Altkleiderhändler, Kurzwarenhändler und natürlich Tannenverkäufer.

Wie hat er sich entwickelt?

Der Christkindelsmärik dauerte im Laufe der Zeit immer länger - ab dem 19. Jahrhundert dauerte er sechs Tage und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bereits 36 Tage. Wegen der Vergrößerungen der Stadt ist er auch umgezogen. Zu Beginn fand er um das Münster, die Place du Château und die Rue Mercière statt, 1830 nach dem Bau der Aubette (1765-1770) dann auf der Place d'Armes, der Place Kléber, bevor er 1848 nach der Errichtung des Bahnhofs (heute Place des Halles) im Jahr 1846 seine Stände im Marais-Vert Viertel aufschlug. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fand er in der Rue des Grandes-Arcades, dann in den Etagen der Grande Boucherie statt. Erst nach 1970 hat er auf der Place Broglie Quartier bezogen.

Wann wurde Straßburg offiziell zur "Weihnachtshauptstadt"?

Das war 1992, auf Initiative von Jean-Jacques Gsell, damals Assistent von Catherine Trautmann. Ihm verdanken wir die Märkte, die überall in Straßburg an verschiedenen Orten in der Stadt stattfinden.