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Die Neustadt

Die Neustadt von Straßburg ist die Stadterweiterung, die Ende des 19. Jahrhunderts während der Zeit, als das Elsass zu Deutschland gehörte. stattfand. Der Bau, der in den 1880er Jahren begann und bis in die 1950er Jahre andauerte, war eine riesige Baustelle, die fast 10.000 neue Gebäude umfasste und die Fläche der Stadt verdreifachte

Die Geschichte der Neustadt

Die deutsche Annexion führte zu einer umfangreichen Einwanderung von Deutschen nach Straßburg - in fünfundvierzig Jahren hat sich die Stadtbevölkerung mehr als verdoppelt - von 80.000 Einwohnern im Jahr 1870 auf 180.000 im Jahr 1915 - die deutsche Regierung entwickelte schnell eine gewaltige Architekturpolitik. p>

Die Ziele eines derartigen Projekts waren jedoch nicht auf Wohnungsfragen beschränkt.Diese groß angelegte städtebauliche Projekt sollte auch die Macht, das Ansehen und die Modernität des Deutschen Reiches in der Stadt unter Beweis stellen, die die Hauptstadt des Reichslandes von Elsass-Lothringen geworden war. Es sollte vor allem den Wechsel des Regimes und die Einführung der neuen Macht verkörpern . Das Projekt sollte damals eine große Stadt schaffen, in der sich Ingenieurskunst, Architektur und Städtebau verbinden, um einer außergewöhnlichen Stadtlandschaft Gestalt zu verleihen und für die damalige Zeit ganz bemerkenswerte Wohnbedingungen zu bieten.

Die neuen Wohnräume waren alle mit fließendem Wasser, sanitären Einrichtungen und Gas ausgestattet - damals war das eine echte Seltenheit. Besonders umfangreich war auch die institutionelle Architektur, die Gebäude für politische und administrative Einrichtungen umfasst. Ein Schwerpunkt wurde auch auf die Universität gelegt, die den neuesten Innovationen in Forschung und Lehre entsprach.

Dieser Städtebauplan - entworfen auf der Grundlage der Projekte des Stadtarchitekten Jean-Geoffroy Conrath und des Berliner Architekten Auguste Orth - umfasst die Stadtviertel, die das historische Zentrum umgeben, vom Bahnhof über Place de Haguenau und Place de la République, Contades, Orangerie und Universiät bis zum Hôpital Civil

Die Neustadt von Straßburg zeichnet sich durch einen luftigen Grundriss, lange und breite Straßen, große Plätze, Parks und Gärten sowie durch Hauptverkehrsstraßen wie Avenue des Vosges, Avenue d'Alsace und Avenue de la Forêt-Noire aus. Durch diese majestätischen Perspektiven, die Altstadt und Neustadt vorsichtig miteinander verbanden, hielt die Moderne Einzug in Straßburg.

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Ein Spaziergang durch die Neustadt

Zu den Plätzen und Alleen, die man unbedingt sehen muss, gehört auch die Place de la République, die sich in der Verlängerung der Place Broglie befindet und das neue politische und administrative Zentrum der Stadt bildet und sich mit vielen offiziellen Gebäuden im Stil der Neo-Renaissance schmückt: Palais de Rhin, Straßburger Nationaltheater und National- und Universitätsbibliothek. Hier befindet sich auch der Schnittpunkt der wichtigsten Achsen, die die Stadterweiterung strukturieren, einschließlich der Kaiser-Achse – Avenue de la Liberté. Die 30 Meter breite und reich bepflanzte Straße - ehemals Kaiser-Wilhelm-Straße - befindet sich gegenüber dem Palais du Rhin, dem Regierungssitz, und der Universität, dem Zentrum des Wissens. Auf dieser Straße, Rückgrat des politischen und administrativen Zentrums und Repräsentationszwecken dienend - finden Aufmärsche und Militärparaden statt.

Ein Meisterwerk der Stadtplanung

Diese außergewöhnlichen Meisterwerke der Stadtplanung sind seit kurzem Gegenstand der Anerkennung als Weltkulturerbe. Dies zeigt sich durch die Erweiterung des Umkreises des UNESCO-Weltkulturerbes der Grande-Île (Große Insel) - seit 1988 klassifiziert - auf einen Teil der Neustadt. Dies soll den außergewöhnlichen Wert dieses Stadtzentrums anerkennen und ist Teil des Wunsches, das Vermächtnis der gegenseitigen Beeinflussung zwischen Frankreich und Deutschland anzuerkennen. Dieser Austausch von Einflüssen von beiden Seiten des Rheins bestätigt Straßburg in seiner Dimension als große Rhein- und Europastadt.

Seit den 2000er Jahren wurde sowohl von institutionellen als auch von verbandlichen Akteuren ein echter Anstoß gegeben, diese städtebauliche Einheit zu studieren und bekannt zu machen. Mehrere Projekte sind derzeit Teil dieser Aufwertung: das Inventar des Kulturerbes der Neustadt, das die Architektur, den Schmuck und die städtebauliche Planung des Stadtteils umfasst, sowie die Überarbeitung und Erweiterung des Plans zur Sicherung und Sanierung (VMS), der eine Anerkennung der Werte des Kulturerbes einer städtischen Einheit darstellt und das umfangreichste Werkzeug für die Wahrung seiner Vorzüge ist.